Danilos und jetzt Samsons Welt

Nun zur Rasse.
Wie so oft im Leben kam mir der Zufall zu Hilfe und nahm mir die Entscheidung welche Rasse es denn sein soll ab.

Eines Tages erhielt ich den Anruf eines Menschen den ich zwei Jahre zuvor vor dem verdursten gerettet habe (heißer Sommer, Postbote). Dieser erinnerte sich jetzt an unsere Anekdote und an meine berufliche Tätigkeit. Er bat mich um Rat und wir vereinbarten einen Termin bei mir zu Hause.

Der Tag kam und dieser Mensch rollte mit seinem Wagen auf unseren Hof. Ich staunte nicht schlecht als ich die Aufschrift auf seinem Auto las.

Dort stand in großen Buchstaben

„ LANGSTOCKHAAR SCHÄFERHUNDE VOM HAUSE ASKO.“

Ich ahnte bis jetzt noch nicht, dass sich ab dem Abend mein Leben im Bezug auf Hunde schlagartig ändern sollte.

Nachdem der geschäftliche Teil unseres Gespräches beendet war konnte ich mich nicht mehr bremsen und fragte was es mit der Beschriftung auf sich hat.

Kurz darauf hatte ich ein ungefähres Bild von meinem ( unserem ) zukünftigen neuen Familienmitglied. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt noch nicht überzeugt von dem Gedanken. Frei nach dem Motto „ mir kommt hier kein Hund ins Haus“. Meine Tochter hingegen war schon auf meiner Seite. Für den darauf folgenden Abend wurde ein erneutes Date bei uns verabredet. Diesmal mit Familie, den Besagten Züchtern und ihren zwei Langstockhaarhündinnen.

Kurzum, ich konnte es kaum abwarten. Der Abend kam und als die Klappe des Kombis geöffnet wurde kamen mir zwei wunderschöne zottelige temperamentvolle Hunde entgegen. Diese waren ohne Scheu vor Menschen und begrüßten uns gleich recht überschwänglich. Die größere der beiden wich meiner besseren Hälfte, komischer Weise, den ganzen Abend nicht von der Seite, als wenn sie gewusst hätte, dass hier noch die meiste Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse. Ich hatte ab diesem Zeitpunk mein klares Bild von dem Hund den ich mir immer wünschte. Nach dem Treffen sagte mir meine Frau sogar, dass sie die Grosse sofort behalten hätte und in mir wuchs die Hoffnung bald ein neues Familienmitglied begrüßen zu dürfen.

Die Kleinere der beiden Hündinnen sollte in Kürze belegt werden und der Wurf sollte im November 1999 das Licht der Welt erblicken. Das bedeutete für mich noch ein paar Monate warten. Es wurde weiter diskutiert und meine Frau stimmte mit der Auflage der Hund werde draußen in einem Hundezwinger gehalten zähneknirschend zu. Mit diesem Kompromiss konnte ich gut Leben zumal ich insgeheim immer daran dachte den Hund in der Wohnung zu halten. Ein Kind sperrt man ja nachts auch nicht in den Keller.

Mit den Züchtern verblieb ich so, dass der erste Rüde der fällt meiner ist. Ist zwar auch nicht die richtige Vorgehensweise aber ich habe es bis Heute nicht bereut.

Jetzt kam die Zeit des Wartens und des Hoffens. Ich widmete mich dem Studium über Hundehaltung, Welpenerziehung und Hundeausbildung und fand auch einen schönen Platz in der nähe des Hauseinganges für einen großen Hundezwinger mit reichlich Auslaufmöglichkeit.

Ende August 1999 kam dann die frohe Botschaft, dass die Hündin belegt sei und aufgenommen habe. Als ich die ersten Ultraschallbilder gesehen hatte fing ich an den Zwinger zu planen. Ich hatte ja noch fast zwei Monate Zeit.

Auf meinem Weg zur Arbeit fuhr ich jetzt häufiger in den Baumarkt um Material fürs Hundeheim zu kaufen. An einem schönen sonnigen Wochenende begann ich unter den spitzfindigen Anmerkungen meiner Gattin mit dem Bauen an. Diese glaubte bis dahin immer noch nicht so recht, dass ich meine Pläne wahr machen würde.

Nach reichlich Arbeit und Zeit hatte ich mein Werk weit vor dem Wurftermin fertig. Alles ist Vorschriftsmäßig geworden. Sechzehn Quadratmeter Wohnfläche und noch mal soviel Freilauf stehen dem Neuankömmling nun zur Verfügung. Ebenso eine super Wärmegedämmte zugfreie Hütte und ein Einmeterzwanzig hoher großer Liegeplatz mit Rundumsicht in die Nachbarschaft.

Vorweg nehmen möchte ich hier. Unser Hund lebt vom ersten Tag an im Haus und geht freiwillig in den Zwinger wenn er möchte.

Je näher der Zeitpunkt des Wurfes kam, so vierter bis siebter November 1999 war festgesetzt, umso ungeduldiger wurde ich. Zu diesem Termin musste ich dann auch noch auf eine dreitägige Dienstreise nach Heidelberg. Wir hatten dort zwar eine Menge Spaß doch mein Schwerpunkt lag im Moment auf etwas anderem. Am Samstag dem 05.11.99 bekam ich dann die SMS von meiner Tochter. „Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs“. Jetzt war ich natürlich ganz aus dem Häuschen und konnte es kaum noch abwarten die Fahrt nach Hause anzutreten. Einige Eingeweihte freuten sich ebenso mit mir und es wurde eine schöne lange Nacht.

Fortsetzung Teil 3