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Rettungshundearbeit ist mehr als ein Hobby.

Die Basis für eine gute Rettungshundearbeit ist die Harmonie zwischen Hund und Hundeführer. Die Ausbildung erfolgt ohne Zwang und nur über den Spiel und Beutetrieb.

Rettungshundearbeit ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben wenn man seinen Hund bis zur Einsatztauglichkeit ausbilden will.

Hier gibt es kein bestimmtes Ausbildungsschema nach dem trainiert werden kann. Es gilt den Hund in die Lage zu versetzen bestimmte Gerüche auch dort zu erkennen wo viele andere Gerüche den eigentlichen Suchbereich überlagern. Die Hunde müssen lernen in Gelände zu arbeiten, dass häufig sehr unzugänglich, unangenehm und dicht bewachsen ist. Rettungshunde sollen lernen selbstständig zu handeln und bei Aufnahme einer menschlichen Witterung auch dorthin vorzudringen wo andere Hunde längst nicht mehr hingehen würden.

Tier und Mensch müssen  zu einer Einheit zusammenschmelzen und jeder muß sich auf den anderen verlassen können. Der Hundeführer muß seinen Hund lenken können ohne ihm seine Selbstständigkeit zu nehmen, die in der Suche von größter Wichtigkeit ist. Die Hunde müssen ein gehöriges Maß an Gehorsam und Führerbezogenheit aufweisen aber in bestimmten Situationen auch einen gewollten Ungehorsam an den Tag legen.

Rettungshundeausbildung macht Spaß bei jedem Wetter( na, Ja ), sollte aber zumindest geübt werden, und verlangt absolute Teamfähigkeit von Halter und Hund.

Ausgebildet wird in den Sparten Fährte, Trümmer und Flächensuche sowie in Unterordnung, Gewandheit, Gerätearbeit und Anzeigeverhalten.

Hundeführer, die nicht in der Lage sind eine gute Bindung zu ihren Tieren aufzubauen sollten die Finger von dieser Arbeit lassen. Sie kosten den Ausbildern zu viel Zeit, die sie mit anderen fähigen Hundeführern sinnvoller verbringen können. Eine gute Bindung ( Vertrauen) ist eine Grundvoraussetzung um ein gutes Team zu werden.

Wer sich mit dem Gedanken trägt in eine Rettungshundeorganisation einzusteigen, sollte sich im Klaren sein, dass diese Art der Beschäftigung  für den Hund eine Menge Spaß sowie körperliche und geistige Auslastung bedeutet. Sicherlich muss der Halter die gleiche Freude und Lust am Arbeiten mit dem Hund mitbringen denn sonst funktioniert das Team nicht. Ebenso steht die Liebe zum Tier an oberster Stelle. Es kommt aber noch ein  hoher Zeit-, Kosten und Verantwortungsfaktor für den Halter hinzu. Rettungshundearbeit ist freiwillig und ehrenamtlich. Der Hundeführer muss bereit sein, regelmäßig an Trainingsstunden, Einsatzübungen sowie Sucheinsätzen auch mit anderen Hilfsorganisationen teilzunehmen. Ausbildungs- und Einsatzorte liegen häufig nicht immer in unmittelbarer Nähe der eigenen Haustür.

Scharfe Sucheinsätze halten sich nicht an Tageszeiten oder schönes Wetter sondern ereignen sich meistens in für uns unangenehmen Stunden, und können auch schon mal über mehrere Tage gehen.Die Ausbildung findet bei jedem Wetter und in meist unwegsamem Gelände statt. Sodass von den Teams hohe körperliche und konditionelle Fitness verlangt wird. Hier unterscheiden wir uns von den Schönwetter Sportlern. Der Spaßfaktor bleibt aber bei Allem trotzdem nicht auf der Strecke.

Gerätearbeit

Hier ist das Geschick und die Sicherheit des Hundes gefragt. Das Begehen von Leitern, Wippen,  unangenehmen Materialien und Untergründe ist nicht für jeden Hund leicht zu erlernen. Ebenso wie das Kriechen unter Hindernissen , die Lenkbarkeit auf Distanz und der Weitsprung.Diese Übungen sind insbesondere für die Trümmersuche wichtig.


Die Suche nach Vermissten

Hier kommt es  auf den richtigen Riecher an. Jeder Hund hat ein vielfaches an Riechzellen gegenüber dem Menschen. Gerade in der Suche nach vermissten Personen ist es wichtig, das der Hund lernt seine Fähigkeiten effektiv einzusetzen. In erster Linie muss der Hundeführer lernen die Fähigkeiten seines Hundes zu nutzen. Der Hund kann das schon. Die beste Spürnase ist schnell nutzlos wenn der Hundeführer es nicht versteht seinen Hund zu "lesen" und es passiert schnell, dass der Hundeführer seine eigene Unsicherheit auf den Hund überträgt und ihn so an seiner Arbeit hindert und das Ergebnis in Frage stellt. Anders als auf einem gut einsehbaren Hundeplatz befinden wir uns in unwegsamem mehre tausend Quadratmeter großem Gelände, daß richtig eingeteilt werden muss. Eine gut erdachte Einsatztaktik ist hier das A und O eines erfolgreichen Einsatzes. Bevor ein Team in den Einsatz geht, egal ob in der Realität oder in einer Prüfung, sollte der Hundeführer in der Lage sein mit Karte und Kompass umzugehen, denn man glaubt oft gar nicht wie schnell man vom eigenen Auge getäuscht wird und den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Die Hundenase

 

Schon im Welpenalter wird die Hundenase trainiert. Urinstinkte, wie die Suche nach Nahrung, bilden den Grundstein.

Im Vergleich zum Menschen (ca. 5 Millionen) verfügt der Hunde über 200 Millionen Riechzellen. Auf eine Fläche projiziert bedeutet das ungefähr: Die  des Menschen passen auf die Fläche einer Zigarettenschachtel. Die des Hundes nehmen fast die Fläche eines Fußballfeldes ein.

Der Hund muss einer Spur folgen ohne sich ablenken zu lassen.

Hierzu ein Beispiel.

Am Ostersamstag haben wir mit unserer Staffel  in unwegsamem und wenig übersichtlichen Gelände geübt. Auf einem Abschnitt von ca 4000 m² waren drei Opfer ausgelegt. Die Hundeführerin wusste ungefähr wo sich diese befinden und richtete ihre Strategie danach aus. Der Hund ging freudig und mit grossen Drang an seine Suche und lies sich auch hervorragend schicken. Plötzlich verharrte er und lies sich nicht mehr in die Richtung bringen in die Frauchen ihn haben wollte. Er lief in die genau entgegengesetzte Richtung und verschwand aus dem Gesichtskreis. Frauchen war sichtlich erschrocken und enttäuscht, konnte sie sich doch eigentlich immer auf ihren Hund verlassen. Nach geraumer Zeit hörten wir ein drangvolles Verbellen und schauten uns alle verdutzt an. Was war Geschehen: Eines der Opfer hatte bei der Einweisung nicht zugehört und hatte sich an ganz anderer Stelle außerhalb des Suchgebietes versteckt der Hund hat aber die Witterung in der Nase gehabt und hat sich entgegen der Anweisungen der Hundeführerin dafür entschieden der Sache auf den Grund zu gehen. Der Erfolg hat ihm recht gegeben. Die anderen beiden Opfer wurden dann im Suchstreifen auf Anhieb gefunden und angezeigt.

Das Wichtigste bei den Übungsstunden ist immer, den Hund für eine gute Arbeit zu belohnen. Dies geschieht im Regelfall durch ein gemeinsames Spiel mit seinem Lieblingsspielzeug oder durch besonders schmackhafte Futterbröckchen.

Nur so kann man das Erlernte festigen und die Motivation des Hundes erhalten.