Danilos und jetzt Samsons Welt

Mantrailing 

Siehe auch unter Video

1) Was ist Mantrailing?

Mantrailing ist die Suche nach einer bestimmten Person anhand ihres einzigartigen Geruchs. Dabei wird der Hund an einer Stelle angesetzt, wo man vermutet, dass die Person dort zuletzt gewesen ist , so daß der Hund den Trail von dort aus bis zur Person verfolgen kann. Mantrailing kommt aus Amerika und ist eine Form der Suche, die bei uns in Deutschland, nachdem sie lange Zeit in Vergessenheit geraten ist, langsam wieder den ein oder anderen Liebhaber findet.

Hierbei geht es darum vermisste oder entlaufene Personen anhand ihres einzigartigen Geruchsmusters in jedem Gelände und in Ortschaften zu verfolgen und zu finden.

Für den Hundeführer kommt es darauf an, seinen Hund zu verstehen, ihm zu vertrauen und während der Suche freundlich zu unterstützen. Der Hundeführer muss verstehen lernen, wie sich Duftspuren ausbreiten. Er muss die oft etwas ungewöhnlichen Suchbewegungen des man-trailing Hundes interpretieren können.  

 Mantrailerseminar Eversberg Sauerland


Berichte:  

    MT-Workshop Lindenmühle                                     MT-Workshop Sennestadt

                                      

2) der Unterschied zwischen Mantrailing und Fährten?

Beim Fährten orientiert sich der Hund vorrangig an den Bodenverletzungen, die durch das Gehen auf Gras, Erde, Laub etc. entstehen. Dem Hund wird kein Geruchsartikel gegeben, der Beginn der Fährte ist deutlich gekennzeichnet, die Fährte verläuft in der Regel nicht über steinigen Boden oder Asphalt, weil dort keine Bodenverletzungen entstehen können.

Beim Trailen spielen die Bodenverletzungen eine untergeordnete Rolle, weil der Hund sich an den Geruchspartikeln orientiert, die jedes Säugetier ständig abstößt. Daher kann eine Trail auch über Asphalt oder Beton etc. führen, ohne dass das für den Hund ein ernstes Problem wäre. Die Geruchspartikel, die jeder Mensch abstößt, sind übrigens - wie auch der Fingerabdruck - für jeden Menschen einzig, d.h. keine zwei Personen riechen genau gleich. Daher kann der Hund eine bestimmte Person und deren Weg eindeutig bestimmen und verfolgen - sogar durch eine belebte Fußgängerzone hindurch.

Die Ausbildung verlangt von Hund und Halter ein hohes Maß an Konzentrationsvermögen und eine Menge Kondition und Ausdauer. Uiuiuiui Pust.

Hier die Videos vom 28.01.2007. Super gelaufen.  Man achte auf den Wind, der im Hintergrund zu hören ist. Nicht zu verwechseln mit dem Schnaufen des Kameramannes. Ablenkungen, wie Personen und Hunde, die wir unterwegs eingebaut haben interessieren Nilo überhaupt nicht. Er konzentriert sich voll auf seine Aufgabe. Gegenstände, wie Plastiktüten und Hydranten, wie sie hier zu finden sind werden gescant und ignoriert. In dieser Ausbildungsphase bin ich voll zufrieden mit dem Dicken. Demnächst werden wir unsere Übungen mehr in bewohnte Gegenden verlegen.

           

Trail in der Ortschaft.21.02.2007. Abenddämmerung, Leichter Wind aus SW.Ausgangspunkt: Verlassener Pkw am Friedhof, ID:Weste in Plastiktüte an der Fahrerseite, Person weiblich  hat den Abgangspunkt in Richtung Ortschaft (Hauptstrasse) verlassen. Nach weiträumigem Kreisen und anschließendem Ansatz am ID war die Richtungsfindung für Danilo kein Problem. Bis zur ersten Bebauung pendelte er sich ein und lief dann links der Strasse an den Zäunen und Mauern zielstrebig seine Trail. Einfahrten und Hauseingänge wurden kurz gescannt, stellten aber kein Problem dar. An der Hauptstrasse bog der Hund dann ohne zu zögern, trotz hohem Verkehrsaufkommen zügig nach liks  in das Gartentürchen ab, wo die vermisste Person mit einer dicken Belohnung vor der Haustür sitzend auf ihn wartete. Ich war begeistert von der Leistung meines Hundes, da wir diese Übung in dieser Form das erste Mal durchgeführt haben. Die vorherige Ausbildung fand bis dahin ausschließlich im Gelände oder in Mischbebauung statt. Hier hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, ein oder zwei Personen als Läufer zur Absicherung dabei zu haben. Hatte ich an diesem Abend nicht und es ist sehr schwer wenn man sich zusätzlich noch auf den Strassenverkehr konzentrieren muss um seinen Hund nicht platt fahren zu lassen.Trotz Warnkleidung nehmen einige Autofahrer keine Rücksicht. Warum auch. 

Einige Bilder von der Ausbildung am 27.01.2007

Heute haben wir verschiedene Schwierigkeitsstufen eingebaut. Zum ersten Mal eine Person, die sich auf einem Hochsitz versteckt hatte. Hier hat sich ein gewaltiger Geruchspool unterhalb gebildet, sodaß Danilo unten erstmal einige Kreise ziehen musste bevor er den Ausgang nach oben gefunden hat. Zum zweiten hatten wir Heute eine komplette Familie bestehend aus Vater, Mutter und Sohn mit dabei. DerJunge wurde versteckt, die Mutter kam uns auf dem Trail entgegen und der Vater, der gleichzeitig fotografiert hatte, legte unbewust eine schöne Verleitung als er sich die beste Position zu fotografieren aussuchte. Die eigentliche Schwierigkeit für den Hund war die, aus dem spezifischen Geruch einer Familie ( hört sich blöd an, ist aber so) den noch spezifischeren Individualgeruch des Kindes herauszufinden und sich auf diesen zu konzentrieren. Nilo hat das mit Bravour gelöst. Zuerst suchte er ein Stück in den Weg hinein, den der Vater gegangen war. Als der Geruch schwächer wurde, kam er zurück und hatte sofort wieder die Hauptspur. Unterwegs trafen wir auf die Mutter. Diese wurde im Vorbeilaufen kurz abgescant und dann aber ignoriert. Der Junge wurde dann auf direktem Weg im Gebüsch gefunden. Für uns eine super Leistung.

Mantrailing am17.12.2006. Klickt auf das Bild.